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Offener Brief - "Schlagerabend" der JN in Hößlinsülz am 14.04.2007
Sehr geehrte Damen und Herren,

Dorfkelter Hößlinsülz
Dorfkelter Hößlinsülz
Am Samstag, den 14.04.07 fand in der Dorfkelter Hößlinsülz ein sogenannter „Schlagerabend“ der neonazistischen Jugendorganisation der NPD, den Jungen Nationaldemokraten (JN) statt.
Die NPD und deren Jugendorganisation JN werden vom Verfassungsschutz überwacht und finden jährlich in dessen Bericht Erwähnung.
Die „Dorfkelter Hößlinsülz“ wird von der Stadt Löwenstein vermietet, online einsehbar unter http://www.stadt-loewenstein.de/buergerinfo.asp?id=2.

Zu dieser Veranstaltung reisten zahlreiche rechtsextreme Skinheads, NPD-Aktivisten und sogenannte „Autonome Nationalisten“ an, auch aus überregionalen Zusammenhängen (unter anderem aus Konstanz, etc.).
Unseren Informationen nach wurden bei dieser als „Schlagerabend“ betitelten Veranstaltung auch Redebeiträge mit rechtsextremem Inhalt gehalten.

Im Großraum Weinsberg kam es zudem an diesem Abend zu massiven Kontrollen durch Streifenbeamten und Zivilpolizisten, unter anderem führten die Beamten in S-Bahnen und an Bahnhöfen verstärkte Identitätsfeststellungen durch.

Besucher solcher Veranstaltungen werden von Neonazis konspirativ über Handy-Nummern und Vorab-Treffpunkte zum Veranstaltungsort geschleust. Mobilisiert wird über das Internet (hier über die Seite der JN Baden-Württemberg), Flyer und per Mundpropaganda. Presse und aktive Gegner von Nazis sind bei solchen „Veranstaltungen“ nicht erwünscht. Dabei schrecken Nazis auch vor massiver körperlicher Gewalt nicht zurück.

Unter den Gästen solcher Veranstaltungen finden sich Menschen wie der vorbestrafte Alexander Neidlein (Jahrgang 1974), derzeitiger stellvertretender Vorsitzender der JN Baden-Württemberg. Dieser wurde 1993 Söldner der faschistischen HOS-Miliz in Bosnien, am Ende des Jahres überfiel er eine Postfiliale in Lübeck und setzte sich mit dem erbeuteten Geld nach Südafrika ab. Dort wurde er nach einer Schiesserei mit Polizisten, bei der einer seiner Kameraden getötet wurde, festgenommen, und wegen illegalen Waffenbesitzes angeklagt. Er wurde zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt und in die BRD abgeschoben.
Neidlein ist auch im Bundesvorstand der JN aktiv und tritt unter anderem als Redner bei rechtsextremen Versammlungen auf, beispielsweise bei der Demonstration gegen die Wehrmachtsausstellung in Schwäbisch Hall am 21.Juni 2003.

Es ist skandalös, dass die Stadt Löwenstein ihre Räumlichkeiten Rechtsextremisten zur Verfügung stellt! Diese können so ungestört ihre rassistische, antisemitische und revanchistische Weltanschauung unter Jugendlichen verbreiten und verfestigen.
Wir fordern die Stadt Löwenstein auf, in Zukunft für solche Veranstaltungen keine Räumlichkeiten mehr zur Verfügung zu stellen. Wir fordern des Weiteren von der Stadt Löwenstein, dass sie sich öffentlich von den Rechtsextremen distanziert.
Ein solches Verhalten seitens einer Stadtverwaltung ist für uns nicht hinnehmbar, zumal die Zahl rechtsextremer Straftaten im vergangenen Jahr um 30% allein im Raum Heilbronn gestiegen ist!

Antifa Z Heilbronn
 
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