Am Abend des 27.6.2007 kam es in Magdeburg zu einem Angriff
auf eine Veranstaltung, die als Thema "Zur Kritik des Antisemitismus und
des Antiamerikanismus. Solidarität mit Israel" hatte.
Die Veranstaltung wurde vom AIP (Antifa-Info-Portal
Magdeburg) und dem StudentInnenrat der Universität Magdeburg organisiert.
Nachdem schon am 12.06.2007 es bei einer ähnlichen Veranstaltung zu
Handgreiflichkeiten kam, wurde den Angreifern ein Hausverbot erteilt. Am
27.06.2007 kam es zu einer bewussten Konfrontation der Angreifer gegenüber den
Besuchern der Veranstaltung. So wurde den Besuchern der Veranstaltung ins Gesicht
gespuckt, größere Mengen an Pfefferspray versprüht, sowie die Besucher tätlich
mit Faustschlägen und Tritten traktiert. Des Weiteren kam es zu Steinwürfen
durch Fenster hinter denen deutlich die Konturen von Menschen zu erkennen
waren.
Die Angreifer kommen jedoch nicht etwa aus dem
neonazistischen Spektrum, sondern stammen aus dem Umfeld der AAMD (Autonome
Antifa Magdeburg), der GIS (Gruppe Internationale Solidarität) und der
Frauengruppe Magdeburg.
Wir verurteilen die Angriffe auf die Besucher der
Veranstaltung aufs Schärfste. Es ist nicht hinnehmbar, dass es von vermeintlich
linken Gruppen und Personen zu brutalen Angriffen auf israelsolidarische
Menschen kommt. Dies war kein Einzelfall, sondern reiht sich in eine Reihe von
Übergriffen in Magdeburg ein. Daher steht für uns jegliche Zusammenarbeit mit
diesen Gruppen außer Frage.
Der Übergriff zeigt deutlich, dass Antizionismus und
Antisemitismus ein gesamtgesellschaftliches (sowie auch linkes Problem)
darstellen und eben nicht, wie häufig versucht wird zu suggerieren, lediglich
aus dem rechten Umfeld stammt.
Für uns stellt die Existenz Israels eine Selbstverständlichkeit
dar. Bedingt durch die Shoah, die jahrhunderte lange Verfolgung von Juden und Jüdinnen
und die derzeitige politische Lage kann es darüber keine Diskussion geben. Das
Handeln der AAMD, GIS und der Frauengruppe Magdeburg zeigt deutlich, dass dies
leider noch längst kein Konsens ist. So lange das Existenzrecht des Staates
Israel nicht anerkannt wird, ist es auch nicht möglich über die diskutablen
Dinge wie z.B. die Außen- oder Innenpolitik Israels und die anderen, im Nahen Osten,
bestehenden Verhältnisse zu diskutieren. Dabei ist es gerade die Diskussion,
welche zu neuen Erkenntnissen führen kann und damit einen Eckpfeiler emanzipatorischer
Politik darstellen sollte.
Wie jedoch die jüngsten Ereignisse in Magdeburg zeigen, scheint
eine Diskussion, zumindest von der einen Seite aus, gar nicht gewollt zu sein. Es
werden nicht die Inhalte der Veranstaltungen betrachtet, sondern hinter
Schlagworten wie „Antiamerikanismus“ und „Antisemitismus“ wird sofort die
Redaktion der „Bahamas“ vermutet, die Veranstaltung von vornherein als
rassistisch und nationalistisch denunziert und öffentlich dazu aufgerufen
solche Veranstaltungen anzugreifen und zu „smashen“. Dass beispielsweise die kritische
Auseinandersetzung mit dem Thema „Antiamerikanismus“ keinesfalls bedeutet, die
USA als antifaschistischen Freiheitsstaat abzufeiern und Kritik an den USA nicht
zuzulassen entgeht den traditionslinken, in ihren alten Dogmen gefangenen,
Antiimperialisten auf diese Weise völlig. Emanzipatorische Politik lässt sich
so jedenfalls nicht machen.
Das Phänomen, dass es zu Übergriffen auf israelsolidarische
Menschen kommt, ist weder neu, noch auf Magdeburg begrenzt. So kam es am
31.01.2004 in Hamburg bei einer Demo zu Angriffen auf Träger von Israel- und
Alliiertenfahnen, begleitet von „Juden raus!“ - Rufen. Auch beim Karneval der
Kulturen 2004 in Berlin griffen Personen aus dem Umfeld der Revolutionären
Kommunisten Israelsolidarische unter anderem mit einem Messer an. Aber nicht
nur in Großstädten kam und kommt es zu derartigen Ausfällen. Am 11.09.2004 kam
es auch in Schwäbisch Hall am Rande einer Nazi-Demo unter dem Motto „Die USA
sind unser Unglück“ zu einem Angriff von Linken auf zwei Antifaschisten, da
einer von diesen eine Israelfahne trug.
Daher schließen wir uns den Forderungen des AIP Magdeburg,
die betreffenden Gruppen aus allen linken Strukturen auszuschließen, an.
Keine Zusammenarbeit mit Antisemiten!
Antifa Z
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